virtuelle Fachbibliothek Sportwissenschaft

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1999 Conference Computer Science in Sport

Datenbank SPONET des IAT: 1999

Nummer: 4004
Link:http://www.univie.ac.at/cosisp/german/css99/allg.htm
Autorin / Autor: A. Baca
Jahr: 1999
originaler Titel: 1999 Conference Computer Science in Sport
übersetzter Titel: Konferenz 1999 Computerwissenschaft im Sport
Notation: Naturwissenschaften und Technik
Land: Österreich
Sprachen: Deutsch
Referat: Das Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien und die Österreichische Sportwissenschaftliche Gesellschaft (ÖSG) veranstalteten mit Unterstützung der (österreichischen) Bundesministerien für Wissenschaft und Verkehr (BMWV) bzw. Unterricht und kulturelle Angelegenheiten (BMUkA) in Zusammenarbeit mit der Sektion Sportinformatik und dem BISp das 2. Internationale Symposium "Informatik im Sport". Circa 120 Vertreter aus 17 europäischen und außereuropäischen Ländern nahmen an der Veranstaltung teil. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten "Multimedia und Präsentation", "Modellbildung", "Datenbanken und<NZ>Expertensysteme", "Datenerfassung und -analyse", "Ausbildung" und "Anwendungen: Hard- und Software" wurden 4 Hauptvorträge und 30 Referate gehalten und 14 Poster präsentiert. Darüberhinaus wurde auch ein "Offenes Forum" zur Vorstellung von Systemen, Computerprogrammen und Videos eingerichtet, das auch für Firmenpräsentationen offenstand und entsprechend genutzt wurde. Auf parallele Veranstaltungen wurde verzichtet. In den Eröffnungsreden von Norbert Bachl, Dekan der Fakultät und Vorstand des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Wien, Günter Amesberger, Präsident der ÖSG, Sepp Redl, Repräsentant des BMWV und des BMUkA und Arnold Baca, Vorsitzender des Organisationskomitees, wurde auf die steigende Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Sport und Informatik hingewiesen und die Notwendigkeit der internationalen Kooperation unterstrichen.<NZ>Terry R. Haggerty (University of New Brunswick) hielt den Hauptvortrag ("Is Multimedia Learning Good Exercise for the Mind ?") zum Themenbereich "Multimedia und Präsentation". Er skizzierte die historische Entwicklung von Multimedia und stellte Prognosen über zu erwartende Trends auf. Da in einem Großteil der bisher durchgeführten empirischen Studien die Effektivität des Einsatzes neuer Medien nicht schlüssig nachgewiesen werden konnte, warnte Haggerty vor zu großem Enthusiasmus bei deren Einführung. Er unterstrich aber das Motivationspotential, das in multimedialen Lehr- und Lernhilfen steckt.<NZ>Ein Schwerpunkt der weiteren Referate zu diesem Themenbereich lag in der Vorstellung konzeptioneller Ansätze und erster Erfahrungsberichte in der Einrichtung internetbasierter fachspezifischer Lehr-, Lern- und Informationsserver. (S. Weigelt , Universität Dortmund: Multimediales Informations- und Ausbildungssystem MIAS; U. Rockmann , Universität Oldenburg: Internetbasierter nformations-, Lehr- und Lernserver, ILLiS; K.-P. Elpel, Universität Hamburg: Internationaler Fachinformationspool Sportwissenschaft; Z. Csende, Hungarian University of Physical Education, Budapest: HUPENet´s Multimedia services). In einem weiteren Beitrag (C. Igel, Universität Saarbrücken) wurden Vorteile und Probleme beim Einsatz von Electronic Journals erörtert. In den beiden letzten Vorträgen (F. Seifriz / M.T. Spahr, DSHS und Universität Bonn; A. Baca, Universität Wien) wurden Möglichkeiten und Entwicklungen im Bereich der 3-dimensionalen Animation sportlicher Bewegungen diskutiert und demonstriert.<NZ>Das Symposiumsthema "Modellbildung" eröffnete Mike Hughes, University of Cardiff, Leiter des dortigen Zentrums für Notationsanalyse, mit einem Vortrag über Entwicklung und Perspektiven der computerunterstützten Notationsanalyse im Sport. Er wies darauf hin, dass durch den Computereinsatz eine Reihe zusätzlicher Fehlerquellen ( zB Eingabe- oder Hard- und Softwarefehler) entstanden ist und forderte eine sorgfältige Validierung von computerunterstützten Notationssystemen. Hughes veranschaulichte die Entwicklung der Eingabesysteme von der Standardtastatur bis zu Spracheingabesystemen als auch der Präsentationsart der Ausgabe<NZ>von der tabellarischen Darstellung bis hin zum nachbearbeiteten Video und stellte unterschiedliche Modellierungsansätze in der Sport- und Wettkampfanalyse bis hin zu neueren Ansätzen unter Verwendung von Methoden aus der Chaostheorie vor. Der Vortrag wurde durch zahlreiche praktische Anwendungsbeispiele aus unterschiedlichsten Sportarten illustriert.<NZ>Mehrere Referate zu diesem Themenbereich, dem viele der eingereichten Beiträge zugeordnet werden konnten, hatten den Einsatz von Methoden der künstlichen Intelligenz zum Inhalt (J. Wiemeyer, Universität Darmstadt: Simulationen an einem einfachen Delta-Netwerk; G. Fruh, INSEP und ULP Strasbourg: Einsatz genetischer Algorithmen zur Bestimmung physiologischer Parameter beim Laufen; J. Edelmann-Nusser, Universität Magdeburg: Taskzustandsdiagramme und Neuronale Netze als Modelle der Informationsverabeitung sportlicher Bewegungen; F. Schiebl, Universität Tübingen: Fuzzy-Bewegungsanalyse beim<NZ>Bodenturnen), was die zunehmende Bedeutung und Nutzung dieser Modellierungsparadigmen für die Sportwissenschaft erkennen lässt. In einem der Vorträge ( L. Pavicic, Universität Zagreb) wurde versucht, eine Brücke zwischen künstlicher Intelligenz und Sportwissenschaft zu schlagen, indem Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit im Design von Mannschaften für den RoboCup (zwei Robotermannschaften spielen gegeneinander Fußball) untersucht wurden. In weiteren Beiträgen wurde eine Planrepräsentationssprache zur Modellierung zeitorientierter skeletaler Pläne im Sport vorgestellt (S. Miksch, Technische Universität<NZ>Wien) und über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Modellbildung in den Sportspielen berichtet (M. Lames, Universität Rostock). <NZ>Im Einleitungsvortrag zum Schwerpunkt "Datenbanken und Expertensysteme" referierte Jürgen Perl, Universität Mainz, über Probleme und Lösungsansätze für den Einsatz von Datenbanken bei komplexen Informationsstrukturen. Er ging dabei auf Probleme ein, die insbesondere in der Sportwissenschaft von Interesse sind. So stellt das gezielte Wiederfinden spezifischer Szenen in einem Videoarchiv insofern eine Schwierigkeit dar, als hier nicht der Ablageort eines (im Prinzip) bekannten Dokuments gesucht wird, sondern zunächst herausgefunden werden muss, in welchem Dokument eine gesuchte Information verborgen sein kann. Ebenso ergeben sich Probleme bei der Entwicklung von Datenmodellen und Datenbankstrukturen für die Verwaltung von Prozessen, wie zB Sportspielen, bei denen zeitliche Relationen eine fundamentale Rolle spielen. Als Ansatz zur Lösung derartiger komplizierter Entwurfs- und Entwicklungsschritte schlug Perl die Verwendung von speziellen Generatoren vor, die den Anwender interaktiv bei diesen Aufgaben unterstützen. Kurz ging Perl auch auf aktuelle Fragestellungen im Bereich Data Mining / Data Warehousing ein. Er wies am Ende seines Vortrages aber darauf hin, dass für den Benutzer sowohl bei Anwendung einfachster Datenbanken als auch<NZ>komfortabelster Generatoren ein Verständnis von Modellen und Modellbildung unabdingbar ist.<NZ>Zwei der drei weiteren Vorträge zu diesem Themenbereich behandelten den Einsatz von Datenbanken zur Trainingsdatendokumentation unter besonderer Berücksichtigung der Trainingsprozessplanung (W. Schwarz, Universität Wien; K. Hammermüller, Technische Universität Wien). Im dritten Beitrag (J. Rutin, Wingate Institute, Israel) wurde über Erfahrungen im Einsatz von Datenbanken bei der Ausbildung von Studierenden des Lehramtes berichtet. <NZ>Im Einleitungsvortrag "The Structure of Sport and the Collection of Relevant Data" zum Themenbereich "Datenerfassung und -analyse" nahm Ian M. Franks, University of British Columbia, zu Fragen der Relevanz von zu erfassenden Daten zur Beschreibung des Verhaltens von Athleten im Training und Wettkampf Stellung. Insbesondere ging er auf eigene Arbeiten im Bereich der Mannschafts- und Rückschlagspiele ein. Franks wies dabei nach, dass in internationalen Squashbewerben auf die selben vorangehenden Ereignisse, d. h. in gleichen Spielsituationen in Abhängigkeit vom Gegner reagiert wird. Als Konsequenz dieser<NZ>Beobachtungen und auf Basis seiner Erfahrungen in der Motorikforschung entwickelte er einen alternativen systemtheoretischen Ansatz in der Sportspielforschung. Franks sieht das Sportspiel als selbstorganisierendes System innerhalb der physischen und technischen Rahmenbedingungen der wettkämpfenden Spieler, das einem stabilen Zustand zustrebt, der durch rhythmisches Verhalten gekennzeichnet ist. Relevante und zu analysierende Ereignisse sind nun solche, die zu einer Periode der Instabilität führen. Er führte Untersuchungen an, die ergeben hätten, dass erfahrene Trainer in der Lage sind, solche Systemstörungen wahrzunehmen und berichtete von zukunftigen Forschungsvorhaben, diese Störungen quantifizieren zu können. <NZ>Die weiteren Beiträge zu diesem Themenbereich hatten die Vorstellung des Projekts CADMOS (J. Reinhardt, Universität Mainz), welches Möglichkeiten zur modellbasierten Beobachtung und Analyse komplexer Systeme untersucht, einen Erfahrungsbericht zum Einsatz des computergestützten Spielbeobachtungssystems TeSSy ( Tennis-Simulations-System; R. Brand, Universität Konstanz), einen konzeptionellen Ansatz zur modellbasierten Erfassung von Bewegungsdaten aus Videobildsequenzen (F. Hildebrand, IAT Leipzig) und einen Bericht über Probleme bei der Erfassung und Verarbeitung von graphikorientierten Notationen für die Beschreibung sportlicher Bewegungen im Gerätturnen (K. Wagner, IAT Leipzig) zum Inhalt.<NZ>Zum Schwerpunkt "Anwendungen: Hard- und Software" wurden Beiträge aus sehr unterschiedlichen sportwissenschaftlichen Disziplinen (M.-D. Weitl, Universität Augsburg : Test- und Trainingssoftware für gesundheitsorientierten Ausdauersport; S. Carney, Universität Harrisonburg (USA): erfolgreicher Einsatz moderner Informationstechnologien im Sportmanagementbereich; P. Dabnichki (gehalten von D. P. Cook), Brunel University, UK: Experimentelle Überprüfung mathematischer Modelle im Schwimmen) und zu aktuellen Fragestellungen (C. Igel, Universität Saarbrücken: Einsatz des Internets in sportwissenschaftlicher Lehre und Forschung; K. Alexandris, Universität von Thessaloniki: Einsatz moderner TCP/IP-Technologie im sportorganisatorischen Bereich) vorgestellt, was die hohe Interdisziplinarität der Sportinformatik unterstreicht.<NZ>Im Arbeitskreis "Ausbildung" sollten schwerpunktmäßig Fragen des Einsatzes neuer Medien diskutiert werden. In Kurzvorträgen wurde über erste Befunde zu Arbeitsweisen mit dem hypermedialen Lernprogramm RACE berichtet (S. Thielke, Universität Oldenburg), die Evaluierung einer Lehrveranstaltung, in der gezielt dynamische Visualisierungsmethoden (Animation, Simulation) eingesetzt wurden, vorgestellt (J. Wiemeyer, Technische Universität Darmstadt) und ein virtuelles Sportzentrum vorgestellt (L. E. Pereira, Universidade Catolica de Brasilia). Aus Zeitgründen musste auf die ursprünglich geplante allgemeine Diskussion verzichtet werden. Josef Wiemeyer, der den Arbeitskreis leitete, fasste wesentliche Aspekte kurz zusammen.<NZ>Auf Anregung von Jürgen Perl und Martin Lames wurde eine Diskussionssitzung zum Thema Internationalisierung der Sportinformatik in das Tagungsprogramm aufgenommen. Beabsichtigt wurde, Möglichkeiten und Maßnahmen zu einer Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich des Einsatzes der Informatik im Sport zu erörtern. Es wurde von der Erwartung ausgegangen, dass sich dadurch Vorteile bei der Akquierierung und Durchführung fachspezifischer länderübergreifender Forschungsaufträge und -projekte ergeben könnten. Mögliche Formen, Inhalte und Verfahrensweisen dieser Kooperation wurden besprochen. Als konkretes Ergebnis wurde eine Internationale Arbeitsgruppe "Computer Science in Sport" eingerichtet. Die ersten koordinierenden Schritte, im Speziellen das Einrichten einer Newsgroup im Internet, werden vom Organisationskomitee des Wiener Symposiums übernommen. <NZ>Die Entscheidung darüber, wo das 3. Internationale Symposium "Informatik im Sport" stattfinden wird, wurde noch nicht gefällt, wenngleich Vertreter aus mehreren Nationen bereits ihr Interesse bekundet haben.<NZ>Resümierend kann festgehalten werden, dass von der Veranstaltung zahlreiche Impulse für die noch junge Wissenschaftsdisziplin Sportinformatik ausgegangen sind. Aus Sicht der Veranstalter und - wie zahlreichen Rückmeldungen zu entnehmen ist - auch aus Sicht vieler Teilnehmer hat sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Kommunikation geleistet und zur Erneuerung und Vertiefung freundschaftlicher Kontakte der Symposiumsteilnehmer beigetragen.
Deskriptoren: Trainingswissenschaft | Sportwissenschaft | Software | Multimedia | Hardware | EDV | Datenbank | Computer
Level: mittel
ausgewertet am: 07.04.2000
Quelle:

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(Ergebnisse der Terminologiedatenbank zu diesem Satz)

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  • computer, datenbank, hardware, multimedia, naturwissenschaft, software, sport, sportwissenschaft, technik, trainingswissenschaf
Index: presto2    Stand: 27.04.2018 02:48