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Der olympische Prinz Felipe de Borbón

Datenbank SPOWIS des IAT: 1992

Titel: El principe olímpico Felipe de Borbón
übersetzter Titel:Der olympische Prinz Felipe de Borbón
Autorin / Autor: K. Castellano
Gesamttitel: El Pais semanal
Jahr: 1992
Schlagwörter:
  • technische Sportarten, Sportgeschichte und Sportpolitik, Sozial- und Geisteswissenschaften, Trainingswissenschaft
  • SPORTARTENVERGLEICH, LANGFRISTIGER LEISTUNGSAUFBAU, LEISTUNGSENTWICKLUNG, SPORTGESCHICHTE, MANNSCHAFT, HANDLUNGSREGULATION, DISZIPLIN, MOTIVATION, WETTKAMPF, 1991, EUROPAMEISTERSCHAFT, BELASTUNGSGESTALTUNG, , TRAININGSKONZEPTION, TRADITION, SPORTPOLITIK, EIGENNAME, SPEZIALSPORTLER, SPANIEN, SEGELN, OLYMPISCHE SOMMERSPIELE 1992
Erscheinungsvermerke: Madrid 17(1992)75, S. 12 - 18, 12 Abb.
Dokumentenart: Zeitschriftenartikel Referat
Referat: Ausgehend von der Leistungssportgeschichte der Mitglieder des spanischen Königshauses (Vater Juan Carlos: Mitglied der spanischen Olympiamannschaft 1972, München, Segeln / Mutter Sofia: Mitglied der griechischen Olympiamannschaft 1960, Rom / Onkel Constantin: Goldmedaille 1960 in Rom / Schwester Cristina: Mitglied der spanischen Olympiamannschaft 1988, Seoul, Segeln) wird die sportliche Entwicklung des spanischen Kronprinzen dargestellt, die erheblich von seinen Eltern gefördert und bewußt vorangetrieben worden ist. Ob und in welchem Umfang allgemeine politische Interessen der Königsfamilie dabei eine Rolle gespielt haben bleibt offen. Auf jeden Fall wird deutlich, daß die eigene leistungssportliche Vergangenheit der Familie sehr begünstigend wirkte, wie es in anderen Familien anderer Länder und sehr verschiedener sozialer Schichten gleichermaßen beobachtet wird. Seine Laufbahn als Segler begann im Alter von 11 Jahren mit regelmäßigem Training und häufiger Teilnahme an Regatten der Kinder- und Jugendklassen. Außerdem betrieb er Alpinismus und lernte es dabei, mit der einfachen Lebensweise von Bergsteigern zurechtzukommen. Seine 12 Jahre Schulzeit verbrachte er im College (Colegio) Santa Maria del Rosales und begann dort im Alter von 12 Jahren mit Leichtathletik. Bereits mit 13 gewann er seinen ersten Wettkampf [Meisterschaft der Schule] über 80 m Hürden. Es wird dargestellt, daß er eine ganze Reihe verschiedenster Sportarten betrieb (Tischtennis, Hochsprung, Speerwurf [während seiner Wehrdienstzeit], Judo, Volleyball, Motorradrennsport, Schießen, Handball, Radsport, Bogenschießen, Kanurennsport, Rugby, Segelflug, Tauchsport, Golf, Canadierfahren, Surfen, Skilanglauf und Squash, die alle durch entsprechende Photos belegt werden. Keine Neigung bringt er dem Tennis, dem Basketball und dem Fußball entgegen, obwohl er Ehrenpräsident des Fußballclubs Atlético de Madrid ist. Immer jedoch galt seine Voeliebe dem Segeln. Bereits längere Zeit trainierte er unter anleitung des belgischen Trainers Paul Maes, der auch mehr als drei Jahre vor den Spielen von Barcelona mit der Vorbereitung der Soling-Mannschaft Fernando Léon (26 Jahre), Alfredo Vázquez (29) und Felipe de Burbón (19 - 1,96 m Größe - 85 kg Körpergewicht) begann. Jede Woche wurde Freitag, Sonnabend und Sonntag auf den olympischen Strecken vor Barcelona täglich mindestens 6 Stunden trainiert. Außerdem hatte der Prinz seine Juraprüfungen im 4. Semester zu bewältigen und offizielle Reisen durchzuführen. Die Mannschaft konnte trotz allem die Europameisterschaft 1991, den Spaniencup 1991 und 1992 sowie die Trophäe SAR Prinzessin Sphia gewinnen. Ein Sprecher der spanischen Segelföderation betonte: "... Hier hat ihm keiner 'was geschenkt; man hat ihn gefordert, und das nicht zu knapp ...". Nach dem eigentlichen Segeltraining stand immer noch Gewichtsarbeit und Laufen auf dem Programm. Er hat vieles ertragen, was er nicht unbedingt mußte; sogar das Skilaufen wurde ihm vorsichtshalber vom Trainer untersagt, um in der Vorbereitung auf die Olympischen spiele Verletzungen zu vermeiden. Seine Motivation bezieht er unter anderem aus dem starken Wunsch, unbedingt eine Medaille für Spanien zu gewinnen. Bei Befragungen hat er jedoch immer nur geäußert, unter den ersten sechs Mannschaften abschneiden zu wollen. Die Bedeutung der Olympischen Spiele für seine Heimat sieht er (anläßlich eines Interviews bei einer Segelregatta in Kiel) vor allem darin, "... die Gelegenheit zu nutzen, dem Ausland ein moderneres Bild von Spanien zu geben, als ein insgesamt funktionierendes Land, und die alten Ansichten über unser Land hinter uns zu lassen ...". " ... Die Mannschaft und das Schiff funktionieren nur dann, wenn wir während des Trainings und bei den Wettkämpfen vergessen, daß ich irgendeinen Titel trage ... Die Disziplin auf einem Schiff ist die absolute Voraussetzung für alles ..." Für das Segeln hält er fünf spanische Medaillen vor den Spielen für möglich, will aber nicht behaupten, unter den Medaillenträgern zu sein. Als Träger der spanischen Flagge beim Einmarsch der Nationen ausgewählt zu sein, erfüllt ihn mit Stolz, aber er hätte es ebenso gern gesehen, wenn diese Ehre einem verdienten Medaillengewinner früherer Jahre übertragen worden wäre. Nachtrag d. B.: Da die Soling-Mannschaft - und mit ihr der Prinz - eine Goldmedaille gewinnen konnte, erwies sich die getroffene Wahl im Nachhinein zumindest nicht als unberechtigt.
Standort:
Quelle:SPOWIS
IAT Leipzig

Freie Terme:
(Ergebnisse der Terminologiedatenbank zu diesem Satz)

MOTIVATIONMotivation, motivation
HANDLUNGSREGULATIONaction regulation
WETTKAMPFcompetition, contest
DISZIPLINdiscipline, event
BELASTUNGSGESTALTUNGexercise organisation, load organisation
LANGFRISTIGER LEISTUNGSAUFBAUlong-term performance build-up
SEGELNsailing
Trainingswissenschaftscience of sports training, science of training, training science
MANNSCHAFTteam
Index: presto2    Stand: 22.04.2018 22:08