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Dissertation: Mahmud Mzewed


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Dissertation: Mahmud Mzewed

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation
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Mzewed, Mahmud (2014): Testbatterie zur Beurteilung der motorischen und sportlichen Leistungsfähigkeiten nach VKB-Rekonstruktion, von Anfang Rehabilitation bis Rückkehr zum Sport.~\\ Vergleich zwischen Patellar- und Semitendinosus Transplantat

Zusammenfassung:
Zusammenfassung
Die Ruptur des VKB führt nicht nur zum Fehlen des primären Stabilisators gegen eine anterior-tibiale Translation, sondern sie stört auch die Funktionsfähigkeit der Kniestruktu-ren (Bänder, Muskulatur, Sehnen, Nerven, Knorpel und Meniskus). Dies führt zum Defi-zit in den motorischen Leistungsfähigkeiten (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglich-keit und Koordination). Diese sind zentrale Leistungsvoraussetzungen für das Erlernen und Ausführen sportlicher Bewegungen und taktischer Handlungen. Unter der VKB-Verletzung leiden oftmals junge Sportler besonders Fußballer, Handballer, Basketballer, Volleyballer und Skifahrer. Für diese Sportler steht der Wunsch, zu ihrer Sportart schnell zurückzukehren, im Vordergrund. Nach der vorderer Kreuzbandrekonstruktion stellt sich für den Sportler die Frage: Wann und wie kann ich die ehemals ausgeübte Sportart wieder aufnehmen?
Um auf diese Frage zu beantworten, müssen die Patienten eine vordere Kreuzbandrekon-struktion (häufig mit Pat.- oder Semi.-Sehne) und eine frühfunktionelle, individuelle, in-tensive und langwierige Nachbehandlung durchführen lassen. Früher konnten die Sport-ler, bei denen eine vordere Kreuzbandrekonstruktion durchgeführt wurde, nicht mehr die alte Leistungsfähigkeit bei ihrer bisher ausgeübten Sportart erbringen. Sie mussten ihre Sportart wechseln oder aufhören. Der Grund hierfür waren die verringerten motorischen und sportlichen Leistungsfähigkeiten und die Komplikationen der Operation. Heutzutage können die Sportler mit Hilfe neu entwickelten OP-Techniken und Rehabilitation wieder zu ihren Sportarten zurückkehren. Es gibt zahlreiche OP-Techniken, aber welche Technik und mit welcher Sehne angewendet wird, hängt wesentlich mit der Erfahrung des jeweili-gen Operateurs zusammen. Beim Ersatz des VKB wird aktuell diskutiert, ob nun die Pat.- oder Semi.-Sehne für Sportler besser sei. Es lassen sich in den bisherigen Langzeitresulta-ten verschiedener operativer Zentren keine wesentlichen Unterschiede feststellen, sodass beide Techniken erfolgreich zur Anwendung kommen. Zur optimalen Beantwortung der Fragen brauchen die Behandlungsteams die verschiedenen und abgestuften Testverfahren, wodurch sie die oben genannten Defizite deifizieren und bei jeder Rehabilitationsphase beobachten können, bis sie beseitigt sind. Am Ende der Rehabilitation benötigen die Be-handlungsteams die sportspezifischen Testverfahren, um die Möglichkeit der Rückkehr zum Sport zu evaluieren und zu entscheiden, wann der Patienten mit seiner Sportart wie-der anfangen könnte.
Deshalb wurde diese Studie durchgeführt, um die folgenden Fragen zu beantworten:
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 Wie hoch sind die Defizite der motorischen und sportspezifischen Leistungsfähig-keiten im Zeitraum von der Anfangsrehabilitation bis 1 Jahr postoperativ?
 Weist eine der beiden Transplantate Vorteile auf?
An dieser Studie nahmen 41 Patienten teil, denen mit dem autologen Pat.- oder Semi.-Transplantat das VKB rekonstruiert wurde. Sie wurden von der Anfangsrehabilitation bis zur Rückkehr zum Sport viermal (6. Woche, 3., 6. und 12. Monat) untersucht, um nach der VKB-Rekonstruktion den Kniezustand und die motorischen und sportspezifischen Leistungsfähigkeiten zu bewerten und den Zeitpunkt der Rückkehr zum Sport zu bestim-men. Aus diesen Gründen wurden die folgenden verschiedenen Untersuchungsmethoden in dieser Studie angewendet:
 Prä- und postoperative Daten von der Rehabilitation und aus den Patientenakten wurden gesammelt.
 Fragebögen und Score wurden verteilt und ermittelt (Lysholm und Knee Rating System nach Noyes).
 Funktionale und sportliche Testverfahren kamen zur Anwendung (Isometrischer Maximalkraft, Einbein-Stand, Beide-Beine-Absprung, Beide-Beine-Aufsprung, Beide-Beine Hochsprung, 6-Meter-Einbeinsprünge, Einbein-3-mal-Kreuz-Sprünge, Agilität-20-Meter-Pendellauf).
Die Ergebnisse der allgemeinen Fragebögen zeigten, dass der Zeitpunkte der Rückkehr zum Sport im Durchschnitt nach 73 Monaten stattfand. Im Vergleich zwischen Pat.- und Semi.-Transplantat gab es keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Zeitpunktes der Rückkehr zum Sport. Die Ergebnisse der Scores zeigten die signifikanten Verbesserungen zwischen beiden postoperativen Untersuchungsphasen (6. Woche und 1 Jahr). Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Transplantaten.
Die Ergebnisse der motorischen und sportspezifischen Leistungsfähigkeit zeigten, dass bei der ersten Untersuchungsphase ca. 6. Woche postoperativ es eine sehr hohe prozen-tuale Differenz (32-34%) zwischen gesunden und operierten Beinen in den Testverfahren (Isometrischer Maximalkraft Test, Einbein-Stand-Test) gab und somit auch die höchsten signifikanten Unterschiede (0,002-0.000).
Bei der zweiten Untersuchungsphase – ca. 3 Monate postoperativ – waren die prozentua-len Differenzen (von 32-34% zu 14-21%) gesunken. Nach den 6 Wochen dauernder Re-habilitationsmaßnahmen war die Kraft- und Koordinationsfähigkeit besser geworden. Trotz der Verbesserung konnte jedoch noch nur bei dem isometrischen Maximalkraft-Test ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Beinen gesehen werden (0,002).
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Beim Ab- und Aufsprung-Test gab es ebenfalls prozentuale Differenzen (21-29%) zwi-schen gesunden und operierten Beinen und auch einen signifikanten Unterschied (0.005-0,01).
Bei der dritten Untersuchungsphase - ca. 6 Monate postoperativ - hatten die prozentua-len Differenzen bei dem isometrischen Kraft- und Einbein-Stand-Test (von 14-21% zu 10-15%) und bei dem Ab- und Aufsprung-Test (von 21-29% zu 15%) weiter abgenom-men. Das heißt, dass die motorischen Leistungsfähigkeiten immer besser wurden, aber trotz der Verbesserung bestand noch ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Bei-nen (0,04), Ausnahme wieder beim isometrischen Maximalkraft-Test.
Bei den Einbein-6-m-Sprüngen und den 3-mal-Kreuz-Sprünge gab es prozentuale Diffe-renzen (13%) zwischen gesunden und operierten Beinen und auch einen signifikanten Unterschied (0.01- 0,001).
Bei der vierten Untersuchungsphase – ca. 1 Jahr postoperativ – erreichten die Patienten die besten Ergebnisse, die niedrigste prozentuale Differenz der motorischen Leistungsfä-higkeiten bei allen Testverfahren (3% - 7%) und Es gab keinen signifikanten Unterschied.
Im Vergleich zwischen Pat.- und Semi.-Transplantat gab es keinen signifikanten Un-terschied bei allen Testverfahren und zu allen Untesuchungsphasen.


Summary
The rupture of the ACL leads not only to the absence of the primary stabilizer against anterior tibial translation-but it also disrupts the function of the knee structures (ligaments, muscles, tendons, nerves, cartilage and meniscus). This leads to a deficit in motor performance skills (endurance, strength, speed, agility and coordination). These are central performance conditions for learning and performing athletic movements and tactical actions. Under the ACL injury often suffer young athletes especially soccer, handball, basketball, volleyball and skiing. For these athletes is the wish to return quickly to their sport in the foreground. After anterior cruciate ligament reconstruction arises for the athletes the question: When and how can I get in the ehemals applied sport again? To answer this question, the patient must leave a anterior cruciate ligament reconstruction (often with Pat. - or Semi. Tendon) and make an early functional, individual, intensive and lengthy treatment. Previously, the athletes were able, in which a anterior cruciate ligament reconstruction was performed, no more provide the capability old when they were previously practiced sport. They had to change their sport or stop. This was due to the reduced motor skills and sports performance and complications of surgery. Today athlete can return to help newly developed surgical techniques and rehabilitation return to their sports. There are many surgical techniques, but which technique is used and with which tendon is largely linked to the inexperience of the surgeon. When replacing the ACL is currently being discussed, whether the Pat. - or Semi. Tendon was better for athletes. It can be established in the previous long-term results of different operative centers no significant differences so that both techniques are successfully applied. For optimal answers to the questions the treatment teams need different and graded test method whereby they deifizieren the above deficits and watch for each rehabilitation phase until they are eliminated. At the end of the rehabilitation treatment team sports require specific test method to evaluate the possibility of returning to the sport and to decide when the patient could do with his sport again.
Therefore, this study was conducted to answer the following questions:
• What is the deficit in motor and sport specific performance skills in the period
from the beginning of rehabilitation to 1 year after surgery? • If one of the two grafts on benefits?
This study included 41 patients participated, which was reconstructed the ACL with autologous graft Pat. - or Semi.. They were from the beginning of rehabilitation to return to sport four times (week 6, 3, 6 and 12 months) were examined to evaluate after ACL
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reconstruction knee condition and the motor and sport specific performance skills and the time of return to to determine sport. For these reasons, the following different investigation methods were used in this study:
• Pre- and postoperative data from the rehabilitation and medical records were collected.
• A questionnaire was distributed and score and determines (Lysholm Knee and rating system according to Noyes).
• Functional and sporty test methods were applied (Isometric maximal force, one leg stand, two legs vertecal hop, Single leg 6 m hop for timed, Single leg Crosso- ver hop for distance, agility-20-meter shuttle run for timed).
The results of the general questionnaires showed that the timing of the return to sport took place after 73 months on average. The results of the scores showed significant improvement between the two postoperative examination phases (6th week and 1 year). There were no significant differences between the two grafts.
The results of the motor and sport specific performance show that:
In the first phase of the study ca 6 week postoperatively is a very high percent
difference (32-34%) between healthy and operated legs in the test methods (Isometric maximal strength test, One Foot stand test) was the highest and thus significant differences.
In the second examination- ca. 3 months after surgery - the percent differences were decreased (from 32-34% to 14-21%). After six weeks of permanent rehabilitation was the strength and coordination skills have improved. Despite the improvement, however, a significant difference between the two legs could be seen (0.002) only for the maximum isometric force test. In the jump and landing -test, there were also differences percent (21- 29%) between non- operated and operated legs and also a significant difference (0,005 to 0.01).
In the third examination ca. 6 months postoperativ the percent differences had in the isometric force and one Leg stand test (14-21% to 10-15%) and the jump and landing test (from 21- 29% to 15%) continued to decrease. This means that the motor performance skills were getting better, despite the improvement still was a significant difference between the two legs (0.04), except for the maximum isometric force test. In the Single leg 6 m hop for timed, Single leg Crossover hop for distance, there were differences percent (13%) between the non-operated and operated leg and also a significant difference (0.01- 0.001).
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In the fourth examination- phase ca. 1 year postoperatively reached the patient the best results,
• The lowest percentage difference in motor performance skills in all test methods (3% - 7%)
• There was no significant difference.
In a comparison between Pat. & Semi. Graft, there was no significant difference in the test methods and all examination phases.
6.1 The recommendations
The test battery was used in this study was not only suitable for the assessment of motor and sports performance skills as well as to check the mechanical causes of injury (change of direction, landing after hop), but also fits with every rehabilitation phases. So it was in the performed test battery no complaints from the patients in all examination phases. Therefore, I recommend using this test battery to assess the motor skills and sports performance after ACL reconstruction for the time of return to sport. Only one leg stand test was not suitable to assess the coordination skills in all examination phase. It was only useful for the first (ca 6 weeks) and second (3rd month) examination phase. For this reason, I recommend for the evaluation of coordination skills after 3 months of other tests.


20.10.2017 - 03:19