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Dissertation: Petros Papadopoulos


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Dissertation: Petros Papadopoulos

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Sportökonomie und Sportmanagement
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Papadopoulos, Petros (2012): Vergütung im Schiedsrichterwesen - Eine theoretisch-empirische Untersuchung zur Vergütung und Leistung von Bundesliga-Schiedsrichtern im Fußball

Zusammenfassung:
Kurzzusammenfassung
Im Zuge der voranschreitenden Kommerzialisierung des Profifußballs ermangelt es dem aktuellen Forschungsstand vor allem der Betrachtung von ökonomischen Aspekten in Bezug auf die Schiedsrichter der Lizenzligen. Als unabdingbare Systemfigur des professionellen Fußballs tragen sie eine enorme Verantwortung. Sowohl der DFB als auch die Vereine sind selbstredend an einer guten Schiedsrichterleistung interessiert. Die vorliegende Arbeit analysiert in explorativer Weise, ob die in den letzten Dekaden schrittweise gestiegene Vergütung der Bundesliga-Schiedsrichter einen wirksamen Einfluss auf deren Leistung hatte. Dabei kann das Verhältnis von DFB und Schiedsrichtern als eine klassische Prinzipal-Agent-Beziehung verortet werden. Als theoretisches Modell wird die Turnierentlohnung nach Lazear und Rosen (1981) zugrunde gelegt, wonach mit einer zunehmenden Differenz zwischen den Gewinner- und Verliererpreisen eine höhere Motivation ergo Leistung erwartet werden kann. Der DFB greift bei der Vergütung seiner Schiedsrichter ebenfalls auf solche Turnierlöhne zurück, wodurch – bedingt durch die Vergütungssteigerungen der Vergangenheit – eine Steigerung der Schiedsrichterleistung anzunehmen ist. Als Datengrundlage wird ein spieltagbasierter Paneldatensatz des Sportmagazins Kicker herangezogen, in dem insgesamt N = 5508 Spiele mit N = 84 Schiedsrichter aufgelistet sind (Saison 1992/1993 - 2009/2010). Ergänzt werden ferner Informationen zur Vergütungsentwicklung sowie zur FIFA-Nominierung der Schiedsrichter, welche vom DFB bereitgestellt wurden. Aufgrund der Paneldatenstruktur finden neben der klassischen OLS- und robusten Regression auch das Poisson- und Ordered-Logit-Modell sowie klassische Panelregressionen Anwendung. Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass die im Laufe der letzten Jahre gestiegene Vergütung – im Gegensatz zu den Annahmen der Turniertheorie – keinen nachweislichen Einfluss auf die Leistung der Unparteiischen hatte. Weiterhin kann konstatiert werden, dass gute Leistungen nicht zu einer Erhöhung des Schiedsrichtereinkommens führen. FIFA-Schiedsrichter hingegen weisen zum einen deutlich bessere Leistungen auf und erzielen zum anderen – bedingt durch ihre kürzere Wartezeit – ein höheres Einkommen.


Abstract
Looking at professional football it becomes visible that there is a huge difference in the degree of commercialization between the referees and other areas of the highest football league. In light of the rising commercialization in the professional football sector the current research does not focus on economic apsects, which affect the referees of the German Bundesliga. As an essential character within the professional football system they have to bear an enormous responsibility. Both, the German Football Association (DFB) and the football clubs are interested in an excellent referee performance. Therefore, the present dissertation analyzes in an explorative way, if the salary, which has been raised several times within the last decades, has had an effective impact on the referees performance. The relationship between the DFB and the referees can be described as a typical principal-agent-relation. The theoretical background of this work is based on the tournament theory, which was coined by Lazear and Rosen (1981). Based on the theory it an be assumed that a higher difference between the winning- and loosing price leads to a higher motivation and thereby performance of the referees. The DFB also uses such tournament wages in order to compensate the referees. The longitudinal database derives from the sports magazine Kicker and contains a total of 5508 games with 84 different referees (saisons 1992/1993 - 2009/2010. Additional DFB information contain details about the payment stages as well as information about the FIFA-nomination. The panel structure of this database led to the necessity of implementing various regression models. In addition to ols- and robust-regressions the use of the poisson- and the ordered-logit-modell as well as panel regressions was also needed. The basic results show that the increased referee income has not led to a higher referee performance. This result stands in a clear contrast to the assumption of the tournament theory. On the one hand the outcome of the analyses shows that a good referee performance does not correlate to a higher income. On the other hand the results clearly illustrate that FIFA-referees do have a higher performance level and do receive a higher total income. The last effect is justified by tha fact, that they are assigned to fewer matches.


25.06.2017 - 03:28