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Dissertation: Frowin Fasold


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Dissertation: Frowin Fasold

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Kognitions- und Sportspielforschung
Fasold, Frowin (2012): Kalibrierungsprozesse in seriellen Urteilssituationen Zusammenfassung:
Zusammenfassung:
In seriellen subjektiven Leistungsbewertungen zeigen sich systematische Verzerrungen, welche die Fairness-Kriterien und die Güte dieser Bewertungen gefährden. Diese Verzerrungen drücken sich hauptsächlich durch eine Tendenz zur Mitte der Bewertungsskala zu Beginn einer Urteilserie aus. Gute Leistungen werden damit zu Beginn schlechter und schlechte Leistungen zur Beginn besser bewertet. Erst später in der Urteilsserie werden gute Leistungen auch gut und schlechte Leistungen auch schlecht bewertet. Diese Vermeidung extremer Urteile zu Beginn einer Serie von Bewertungen lässt sich mit einer mangelnden Kalibrierung der internen Urteilsskala auf den Bewertungskontext erklären. Nach dieser Idee wird angenommen, dass alleine die Erwartung einer Serie von Urteilen zu dieser Vermeidungstendenz im ersten Urteil führt, Expertise keinen Einfluss auf Kalibrierungsprozesse hat, diese Prozesse nach einer spezifischen Anzahl an Urteilen abgeschlossen sind und das Wissen über den Leistungsrange (beste/ schlechteste Leistung) der kommenden Urteilsserie eine Kalibrierung nicht erforderlich macht. In vier experimentellen Studien konnten diese Annahmen verifiziert werden. Mit den gewonnen Ergebnissen bietet sich diese Idee an, Verzerrungen in seriellen Urteilssituationen mit Kalibrierungsprozessen zu beschreiben, vor allem im Hinblick auf Möglichkeiten, serielle subjektive Leistungsbewertungen fairer zu gestalten.
Abstract:
In serial subjective performance evaluations, systematic biases occur that violate the fairness and quality of these assessments. These biases mainly result in average ratings in the beginning of a series of evaluations. This means that in the beginning of a series, good performances are rated worse and bad performances are rated better than they actually are. Only later in a series are good performances rated good and bad performances rated bad. The avoidance of extreme judgments in the beginning of a serial evaluation can be explained by an insufficient calibration of the internal judgment scale onto the given judgment context. According to the calibration hypothesis, the expectation of a series of judgments leads to this avoidance, without expertise having an influence on calibration processes; also, calibration processes are complete after a specific number of judgments and knowledge about the range (best / worst performance) of the following series avoids effects of a calibration. These assumptions could be validated in four experimental studies. Based on the obtained results, the calibration idea seems to be an adequate way to account for biases in serial judgment situations with need for calibration processes, in particular with respect to the possibility to ensure more fair and consistent serial subjective performance evaluations.


24.04.2017 - 03:18