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Dissertation: Miriam Thomas


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Dissertation: Miriam Thomas

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Schulsport und Schulentwicklung
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Thomas, Miriam (2011): Gesundheitsrelevante Lebensstile von Kindern. Eine kulturvergleichende Untersuchung am Beispiel Deutschlands und Italiens.

Zusammenfassung:
Abstract (Deutsch)
Ein Mangel an körperlicher Aktivität, Übergewicht und Fehlernährung zählen zu den häufigsten Risikofaktoren für ein gesundes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen. Das Interesse an der Analyse gesundheitsrelevanter Lebensstile von Heranwachsenden ist darin begründet, dass sie mit ihren konstituierenden Merkmalen für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung auf lange Sicht bereits in der Lebensphase Kindheit von besonderer Bedeutung sind. Der Untersuchung liegt die Annahme komplexer Wirkungszusammenhänge bei der Bildung von Lebensstilen im Heranwachsendenalter zugrunde und zielt auf eine Lebensstiltypologie anhand von Clusterbildung in kulturvergleichender Perspektive. Sowohl in der deutschen (n=1998) als auch in der italienischen (n=1611) Stichprobe wurden nach eingehenden statistischen Berechnungen sechs Prototypen gesundheitsrelevanter Lebensstile identifiziert. Diese Lebensstiltypologien weisen im Kulturvergleich viele generelle Gemeinsamkeiten auf, auch wenn die Ausprägung einzelner Merkmale zwischen den Ländern variiert. Mit Blick auf die Gesundheitsrelevanz haben die Typologien ganz unterschiedlichen Charakter. Die bezeichnenden Namen der in dieser Untersuchung gefundenen Lebensstiltypen signalisieren unterscheidbare Grundausrichtungen, die bei den 10-jährigen Kindern ein Stück weit auch als Idealtypus eines gesunden und aktiven bzw. ungesunden und inaktiven Lebensstils bezeichnet werden können. Auf der positiven Seite kommen die „Sportaktiven“ und „Ernährungsbewussten“ durch die überdurchschnittlich hohen Anteile gesundheitsförderlicher Verhaltensweisen den Vorstellungen eines Idealtypus nahe. Im deutlichen Kontrast dazu stehen auf der negativen Seite die „Medienjunkies“ und die „TV-Freaks“, die sich durch ihr Risikoverhalten, d. h. gesundheitsschädigendes Verhalten wie Fehlernährung und körperliche Inaktivität idealtypisch auszeichnen.
Unter Berücksichtigung soziostruktureller Merkmale zeigt sich, dass die Zugehörigkeit zu einem gesunden, aktiven Lebensstil häufig durch einen hohen Status der Familie bestimmt ist. Insbesondere in Deutschland korrelieren inaktive, medienlastige Lebensstile der 10-jährigen Kinder sehr stark mit niedrigem Sozialstatus. Für Italien zeigen sich weniger auffällige Zusammenhänge hinsichtlich des sozio-ökonomischen Status, abgesehen von den „Medientypologien“ in denen Kinder mit hohem Status überrepräsentiert sind und damit ein kontroverses Bild zur deutschen Stichprobe abgeben.

Abstract (English)
A lack of physical activity, overweight and malnutrition rank among the most frequent risk factors for a healthy child and youth development. The interest in analyzing adolescents` health-related lifestyles is based on the fact that these (lifestyles) with their constitutive characteristics are important for a healthy personality development already from early age.
The cross-cultural survey is based on the assumption of complex correlations concerning the formation of adolescents` lifestyles and aims at a lifestyle typology by clustering.
In the German sample (n=1998) as well as in the Italian sample (n=1611) six prototypes of health-related lifestyles could be identified. These lifestyle typologies show mainly similarities although the peculiarity individual characteristics varie with regard to the two countries.
On the one hand there are healthy and active lifestyles like the “Sportspeople” or “Healthy Eater”. Children who belong to one of these groups are characterized by health enhancing behavior above average. On the other hand there are unhealthy and inactive lifestyles like the “Mediajunkies” and TV-Freaks”. Children who join these groups show risk behavior like malnutrition or physical inactivity.
Considering socio-structural characteristics the analysis shows that belonging to one of the healthy and active lifestyle-cluster is often associated with high socio-economic status. Especially in Germany the inactive lifestyles correlate with a low socio-economic status. With regard to the Italian sample this correlation is not as conspicuous as for the German sample. Only for the “Mediatypology” the Italian data point out that children with a high socio-economic status are overrepresented. This shows an opponent conspicuousness compared to the German data.

In both countries the health enhancing lifestyles (typologies) “Sportspeople” and “Healthy Eater” have a share of 49% and provide the basis for a healthy development for almost half of the investigated children. But this also means that there are 51% of children who have an unfavorable lifestyle, meaning adverse health effects.
The aim is to prevent inactive lifestyles to make sure that such don`t appear in youth and adulthood.



23.10.2017 - 03:17