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Dissertation: Joern Koeppen


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Dissertation: Joern Koeppen

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Psychologisches Institut
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Koeppen, Joern (2011): Das Hot-Hand-Phänomen im Sport

Zusammenfassung:
Zusammenfassung
Die Prozesse des Urteilens und Entscheidens sind alltäglich und fundamental. Das menschliche Verhalten erfolgt in einer unsicheren Umwelt und richtet sich nach Wahrscheinlichkeiten. Diesbezüglich hat die Prospect Theory grundlegende Erkenntnisse für das menschliche Verhalten geschaffen. Doch diese Theorie stößt im Sport an ihre Grenzen, welcher durch seine sportspezifischen Phänomene ein einzigartiges Forschungsfeld darstellt. In dieser Arbeit wird der Fokus auf das Hot-Hand-Phänomen gesetzt, da sich dieses mit der überdurchschnittlichen Leistung eines Sportlers und einer potentiell verzerrten wahrscheinlichkeitsbasierten Wahrnehmung derselben auseinandersetzt. Die Hot-Hand besteht aus zwei Dimensionen – dem Verhalten und dem Glauben. Beide Dimensionen beeinflussen sich gegenseitig. Die Hot-Hand steht in Beziehung mit anderen ähnlichen und gegensätzlichen Phänomenen, wie z. B. Momentum, Cold Hand oder Gambler’s Fallacy.
Zusammenfassend untersucht dieses Forschungsvorhaben vier Fragestellungen. Anhand eines meta-analytischen Verfahrens wird erstens der aktuelle Stand der Forschung dargestellt, welcher sich negativ zu der Existenz der Hot-Hand äußert. Zweitens werden die Leistungen eines Individuums und einer Mannschaft hinsichtlich einer Hot-Hand im Basketball untersucht. Für die Mannschaft ergeben sich positive Befunde, wenn der Heimvorteil in die Analyse integriert wird. Drittens wird die expertiseabhängige Wahrnehmung von unterschiedlichen Hot-Hand-Sequenzen und dem darauf basierenden Verhalten in den Fokus gerückt. Es zeigt sich, dass Experten grundsätzlich sensitiv reagieren. Je nach Expertise entstehen signifikante Unterschiede hinsichtlich der Perfektion von Sequenzen. Viertens zeigt eine geschlechtsspezifische Analyse, dass Männer einen stärkeren Hot-Hand-Glauben zeigen als Frauen. Dies spiegelt sich zudem in einer höheren Sicherheit wider.
Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen zeigt sich, dass der Glaube an die Hot-Hand gerechtfertigt ist. Durch die in diesen Studien dargestellten Schwächen können zukünftige Forschungsvorhaben profitieren, um letztendlich für die Sportpraxis bedeutsame Empfehlungen geben zu können.

Abstract
The Hot Hand Phenomenon in Sports
The process of judgment and decision making is common and basic. Human behavior happens in an environment full of uncertainty, based on probabilities. Prospect theory has informed about biases in human behavior, but is not appropriate for sports due to various phenomena that show the uniqueness of that field of research. In the current studies, the hot hand phenomenon is analyzed which deals with the above-average performance and its biased perception. The hot hand is distinguished between belief and behavior – both dimensions have a reciprocal relationship. Other related phenomena are momentum, cold hand, or the gambler’s fallacy.
In summary, the current research analyzes four questions. First, the state of the research is assessed using meta-analytical calculations showing evidence against the existence of the hot hand. Second, individual and team performances are investigated concerning the hot hand in basketball. Positive evidence is shown with the integration of the home advantage. Third, the research focus is on expertise-based perception of hot hand sequences and the following behavior. It reveals a general sensitivity for streaks with partly significant differences concerning the perfection of the sequence. Fourth, a gender specific analysis shows that men have a stronger belief in the hot hand than women resulting in a higher certainty.
Results indicate that the belief in the hot hand is warrantable. The limitations inform future research and create the potential to develop recommendations for the applied field.


25.06.2017 - 03:28