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Dissertation: Alexandra Pizzera


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Dissertation: Alexandra Pizzera

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Psychologisches Institut
Pizzera, Alexandra (2011): The effects of motor and visual experience on judgment and decision making of judges and referees in sport Zusammenfassung:
Abstract
Die vorliegende Arbeit befasste sich mit „Embodiment“-Effekten kognitiver Urteile. Als experimentelle Basis wurden Kampf- und Schiedsrichter sowie Sportexperten anhand entscheidungsspezifischer Aufgaben untersucht, um auf diese Weise Entscheidungsexperten in ihrem unmittelbaren Expertise-Umfeld zu analysieren. Studien haben gezeigt, dass Kampf- und Schiedsrichter während Wettkämpfen und Spielen hohen Anforderungen ausgesetzt sind. Aufgrund der Tatsache, dass weitere Einflüsse und Verzerrungen ihre Arbeit zusätzlich erschweren, besteht die Notwendigkeit zugrunde liegende Faktoren zu untersuchen, um Trainingsprogramme zur Verbesserung, Optimierung und Unterstützung der Entscheidungsleistung zu entwickeln. In drei Studien konnte gezeigt werden, dass eine Verbindung zwischen der Entscheidungsleistung von Kampf- und Schiedsrichtern und deren motorischen, visuellen und kampf-/schiedsrichterspezifischen Vorerfahrungen in den analysierten Sportarten besteht. Darüber hinaus erwies sich in den Studien II und III, dass motorische und visuelle Vorerfahrungen weiter in generelle und spezifische Vorerfahrung unterteilt werden sollten. Auf der einen Seite zeigten sich „Embodiment“-Effekte durch einen größeren Anteil sowie höhere Niveaus der Vorerfahrungen; auf der anderen Seite zeigten sich sehr spezifische Effekte durch die Fokussierung auf die Eigenerfahrung mit spezifischen Bewegungen oder Situationen.
Mit Blick auf die in der Einleitung der vorliegenden Arbeit dargestellten Aussage, basiert die Genauigkeit und Korrektheit menschlicher perzeptueller Entscheidungen auf verschiedenen Faktoren. Es zeigte sich, dass einer dieser Faktoren die motorische und visuelle Vorerfahrung darstellt. Die vorliegende Arbeit konnte nachweisen, dass sich dieser Zusammenhang auf Entscheidungsexperten wie beispielsweise Kampf- und Schiedsrichtern im Sport ausweiten lässt. Intuitive Aussagen wie z. B. „Das konnte nur ein Schiedsrichter sehen, der früher selbst gespielt hat“, können somit auf Theorien aus dem Bereich der „embodied cognition“ zurückgeführt werden. Damit bieten sich sowohl theoretische als auch praktische Implikationen für den Forschungsbereich von Kampf- und Schiedsrichtern im Sport.

Abstract
In sum, in the present thesis I have studied embodiment effects of cognitive judgments. Using sports officials and judging specific tasks on an experimental basis, I was able to analyze expert decision makers in their fields of expertise. Studies have shown that sports officials are faced with high demands during games and competitions. Due to the fact that additional influences and biases complicate their job even more, there is a growing need to understand factors that underlie expert decision making in order to develop training tools that enhance, optimize and support their decision-making performance.
In three studies, the present thesis has shown that there is a link between the sports officials’ decision-making performance and their motor, visual and officiating experiences to different degrees in the analyzed sports. Moreover, studies II and III revealed that motor and visual experiences need to be sub-divided into general and specific experience. First, embodiment effects can be found through greater amounts and higher levels of experience in general; second, the effects can be very specific by focusing on the ability to perform certain skills or experience certain situations.
In view of the statement in the introduction, the accuracy and correctness of people’s perceptual judgments are based on different factors. One of these factors has shown to be their own bodily experience. The current work provided evidence that this also applies to decision-making experts such as sports officials. Intuitively generated statements such as “This could have only been seen by a referee who has played himself in the past”, can now be traced back to theories of embodied cognition, providing a basis for theoretical and practical implications in the field of sports official research.


25.06.2017 - 03:28