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Dissertation: Axel Kupfer


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Dissertation: Axel Kupfer

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft / Abt. Bewgungs- und Gesundheitsförderung
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Kupfer, Axel (2010): Einfluss einer einjährigen Bewegungsintervention für übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche auf die gewichtsbezogene maximale Sauerstoffaufnahme und die Leistungsparameter des 6-Minuten-Laufs

Zusammenfassung:
Einleitung:
Neben der genetischen Disposition gilt heute vor allem die Abnahme der körperlichen Aktivität als Ursache für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter (DIETZ und BELIZZI,1999; GORTMAKER et al., 1990; STUNKARD et al., 1986). Zur Erfassung des Bewegungsverhaltens werden Interviews, Beobachtungen, Herzfrequenzmessungen, Schrittzähler sowie motorische Testverfahren als indirekte Merkmale eingesetzt (ROWLANDS et al., 2000). Möglichkeiten zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit sind motorische Testverfahren (ROWLAND, 2005). Hier steht der einfache 6-Minuten-Lauf zur Überprüfung der kardiopulmonalen Ausdauer der aufwendigen und kostenintensiven Fahrrad-Spiroergometrie gegenüber (BECK und BÖS,1995).
Methodik:
Die Studie setzt sich aus den Populationen CHILT II (StEP TWO)(n=203) und CHILT III (n=194) zusammen. Die wesentlichen Aspekte dieser Studie sind die Überprüfung des 6-Minuten-Laufs - als einfacher Feldtest zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit von übergewichtigen und adipösen
Kindern und Jugendlichen - sowie die Frage nach dem Erfolg einer einjährigen interdisziplinären Adipositasintervention.
Ergebnisse:
Für das Untersuchungskollektiv CHILT II (StEP TWO) ergibt sich zum Zeitpunkt der Eingangsuntersuchung T1 ein mittlerer Zusammenhang zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der maximalen Sauerstoffaufnahme mit einem Korrelationskoeffizienten von r=0,638 (p≤0,001, n=25). Noch deutlicher wird dies bei Betrachtung der gewichtsspezifischen relativen Sauerstoffaufnahme (r=0,827, p≤0,001,n=25). Bei älteren Kindern, wie die elf- bis zwölfjährigen des CHILT IIIProjekts, ergeben sich für die Interventionsgruppe zwischen der Laufleistung des 6-Minuten-Laufs und der maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,280; p≤0,05) sowie der relativen maximalen Sauerstoffaufnahme (r=0,419; p≤0,001) nur noch ein geringe Zusammenhänge. Auch die maximale (r=0,335; p≤0,001) und die relative maximale Leistung (r=0,481; p≤0,001) auf dem Fahrradergometer korrelieren hier mit der Laufleistung nur gering. Die Laufleistung des 6-Minuten-Laufs beider Untersuchungskollektive verbessert sich in der Interventionsgruppe nach einjähriger Intervention um
52,94 ±90,08 m, während sich die Kontrollgruppe um 29,02 ±80,39 m steigert.
Diskussion: Der 6-Minuten-Lauf kann nicht die Objektivität einer spiroergometrischen Untersuchung erreichen. Dennoch zeigen die Ergebnisse der vorliegenden Studie, dass dieser ein sehr einfaches, kostengünstiges und valides Messverfahren zur Erfassung der Ausdauerleistungsfähigkeit bei übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen darstellt. Gerade bei übergewichtigen und adipösen Kindern
und Jugendlichen lässt sich der 6-Minuten-Lauf gut einsetzen, da neben einer gewünschten Ausbelastung trotzdem die Möglichkeit des Gehens bestehen bleibt und gleichzeitig die Gesamtlaufzeit mit sechs Minuten für die Probanden bzw. Schüler überschaubar ist. Die Interventionsmaßnahme der
vorliegenden Arbeit kann in Bezug auf die Steigerung der
Ausdauerleistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Senkung des BMI und des BMI-SDS der Probanden als erfolgreich eingestuft werden.

Introduction:
In addition to genetic factors in particular a decreased physical activity of children and adolescents causes the development of juvenile overweight and obesity (DIETZ und BELIZZI, 1999; GORTMAKER et al., 1990; STUNKARD et al., 1986). Interviews, observations, heart rate monitoring,
pedometer and motor tests are indirect markers to verify the physical activity of children and adolescents (ROWLANDS et al., 2000). Motor tests are used to verify the performance capacity (ROWLAND, 2005). In order to prove the
endurance capacity the 6-minute-run will be compared to treadmill testing (BECK und BÖS, 1995).
Methods:
The study consists of two populations: CHILT II (StEP TWO)
(n=203) and CHILT III (n=194). The aim of this study is to verify the 6-minute-run as a simple and valid field test to determine the endurance capacity of overweight and obese children and adolescents. Further the success of a one-year interdisciplinary obesity intervention is proved.
Results:
The results of the 6-minute-run and VO2max correlate at the
starting point of the study (T1) of the CHILT II (StEP TWO) program (r=0,638, p≤0,001, n=25). This correlation becomes more considerable by focussing the weight related VO2max (r=0,827, p≤0,001, n=25). The older children (11 to 12 years) of the intervention group of the CHILT III program only showing a minor correlation between the results of the 6-minute-run and the VO2max (r=0,280; p≤0,05) and the weight related VO2max (r=0,419; p≤0,001). Also the maximum performance [Wmax] (r=0,335; p≤0,001) and the weight related
maximum performance [relWmax] (r=0,481; p≤0,001) show only a minor correlation with the 6-minute-run.
After the intervention program the results of the 6-minute-run increases in both programs. The intervention group gain 52,94 ±90,08 m their running performance, while the control group increased 29,02 ±80,39 m.
Discussion:
The 6-minute-run is not as objective as the treadmill testing. Nevertheless the results of this study show that the 6-minute-run is a simple, beneficial and valid test to verify the endurance capacity of overweight and obese children and adolescents. Especially for overweight and obese children the 6-minute-run is suitable test. Maximum exposure associated with the possibility to walk and a run time of only 6 minutes are the advantages for the use of the 6-minute-run. With regard to increased endurance capacity and decreased BMI and BMI-SDS the interdisciplinary obesity intervention program is successful.


17.12.2017 - 03:16