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Dissertation: Pamela Wicker


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Dissertation: Pamela Wicker

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Sportökonomie und Sportmanagement
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Wicker, Pamela (2009): Perspektiven und Grenzen der Beitragsfinanzierung von Sportvereinen. Eine Analyse zur Theorie und Empirie der Beitragselastizität im Sportverein

Zusammenfassung:
Kurzfassung
Verschiedene Entwicklungen (z.B. Rückgang der öffentlichen Sportförderung, demografischer Wandel, veränderte Sportnachfrage) können zu einem Rückgang der Einnahmen der Sportvereine führen, welche durch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kompensiert werden könnten. Die Mitgliedsbeiträge in deutschen Sportvereinen können bislang als moderat bezeichnet werden. Mögliche Reaktionen von Vereinsmitgliedern auf Beitragsänderungen sind bislang nahezu unerforscht. Das Ziel der Arbeit lag in der Prognose der Reaktionen von Mitgliedern auf Beitragserhöhungen mithilfe der Simulation von Beitragselastizitäten sowie in der Ermittlung von Determinanten der (relativen) Zahlungsbereitschaft. Hierfür wurde zunächst ein theoretisches Modell der Beitragselastizität im Sportverein entwickelt, welches auf der Haushaltstheorie von Becker (1965) und dem Konstrukt des Konsumkapitals basiert. Im Rahmen einer schriftlichen und elektronischen Befragung wurden aktive, erwachsene Vereinsmitglieder aus insgesamt 21 Sportarten (N=10.013) nach ihrer Zahlungsbereitschaft für den Mitgliedsbeitrag befragt, mit deren Hilfe Beitragselastizitäten simuliert wurden. Gemäß den sportartübergreifenden Befunden bezahlt das durchschnittliche Vereinsmitglied einen Mitgliedsbeitrag von durchschnittlich gut 148 € pro Jahr, wobei seine Zahlungsbereitschaft hierfür gut 100 % höher ist. Den ermittelten Beitragselastizitäten zufolge würden Vereinsmitglieder sportartübergreifend auf Erhöhungen des Mitgliedsbeitrags um bis zu 13 % elastisch (empfindlich) reagieren. Bei einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um 14 % liegt eine isoelastische Nachfrage vor, welche bei Erhöhungen ab einschließlich 15 % in eine unelastische Nachfrage übergeht. Hierbei sind erhebliche sportartspezifische Differenzen zu beachten. Insgesamt betrachtet liegt die kritische Schwelle für Beitragserhöhungen zwischen 10 % und 25 %. Die regressionsanalytische Prüfung des theoretischen Modells zeigt, dass über alle Sportarten hinweg die Zahlungsbereitschaft signifikant von den Faktoren Einkommen, Sportausgaben, Anteil des Mitgliedsbeitrags an den gesamten Sportausgaben, Aktivenjahre, Leistungsniveau, Partizipationsumfang, Zufriedenheit und Identifikation bestimmt wird, wobei der Einkommenseffekt am stärksten ausfällt. Hier liegen ebenfalls sportartspezifische Unterschiede vor. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Vereinsmitglieder im Hinblick auf die entrichteten Mitgliedsbeiträge und geäußerten Zahlungsbereitschaften sehr heterogen sind. Sportvereine sollten mögliche Beitragserhöhungen angemessen kommunizieren und sportartspezifische Unterschiede berücksichtigen.

Abstract
Recent developments (e.g., cut of public subsidies, demographic change, changes in sport demand) can lead to decreasing revenues in non-profit sport clubs. They could be in part compensated by increasing revenues from membership fees. In general, membership fees in sport clubs can be regarded as moderately high. Members’ sensitivity to increasing membership fees was not investigated until now. The aim of the study is to forecast members’ responses to increasing membership fees with the help of price elasticity simulations and to find out determinants of (relative) willingness-to-pay. Therefore a theoretical of price elasticity in sport clubs was developed which is based on Becker’s (1965) household theory and the construct of consumption capital. By means of a written and electronic survey active, adult members in 21 sports (N=10,013) were asked about their willingness-to-pay for the membership. With the help of willingness-to-pay price elasticities were simulated. The results show that members pay an average membership fee of 148 € per year and willingness-to-pay for it is about 100 % higher. Simulated price elasticities show that members would be very price sensitive to increases in membership fees up to 13 % because of an elastic demand. Demand would be unit-elastic at an increase of 14 % and would respond inelastically to increases of 15 % and more. With regard to price elasticity, differences among sports have to be considered. All in all the critical point for increasing membership fees seems to be between increases of 10 % and 25 %. The theoretical model was tested with the help of regression analyses. Regarding all sports, willingness-to-pay is determined significantly by income, sport expenditures, proportion of membership fee of total sport expenditures, years of participation, level of performance, weekly time of participation, satisfaction, and identification with the sport club. The income effect is the strongest effect. Differences among sports were again found out. The results show that members are very heterogeneous with regard to their membership fees and their willingness-to-pay. Sport clubs should attach importance to an adequate communication in case of an intended increase of membership fees and take differences among sports into account.


29.04.2017 - 03:18