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Dissertation: Arno Mueller


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Dissertation: Arno Mueller

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Pädagogik und Philosophie
Mueller, Arno (2007): Sterben, Tod und Unsterblichkeit im Sport - Eine existenzphilosophische Deutung Zusammenfassung:
Zusammenfassung: Aufgrund der Tatsache, dass innerhalb der Sportwissenschaft eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Tod nur unzureichend stattgefunden hat, versteht sich die vorliegende Arbeit als grundlegender Versuch, insbesondere dieses Thema, aber auch die damit verknüpften Aspekte Sterben und Unsterblichkeit für die Sportphilosophie - und somit für die Sportwissenschaft - zu erschließen. Das Phänomen des Sports, in dem der Tod eine prominente Position einnimmt, ist der Risikosport. Allerdings scheint es geboten der ungenügenden begrifflichen Differenzierung durch die Implementierung des Terminus eRisikosport (e=existenzieller), zu verstehen als freiwilliges Eingehen von lebensbedrohlichen Risiken im Sport, entgegenzutreten. Zur Deutung dieses Sports erweist sich die Existenzphilosophie, insbesondere deren deutschsprachige Vertreter Scheler, Jaspers und Heidegger, als überaus fruchtbares Analyseinstrument. Auf H. S. Slushers exzeptionelle Arbeit rekurrierend, können diese existenzphilosophischen Grundlagen somit weiterführend auf den Sport bezogen werden und dadurch der Tod bzw. das Flirten mit dem Tod im eRisikosport als anthropologisch wertvolle Dimension erkannt. Die Bewusstmachung des Todes durch eRisikosport, und somit der Endlichkeit und Begrenztheit der Lebenszeit, zieht unweigerlich die Frage nach sich, wie man sich zu dieser Erkenntnis verhalten solle. Hilfestellung biete hier die Philosophie der Lebenskunst. Das Verständnis von Lebenskunst als die Kunst, mit Unsicherheiten und Risiken umgehen zu können, ebnet den Weg, diese philosophische Richtung auf den eRisikosport zu beziehen. Über das existenzphilosophische Paradigma hinaus gilt es jedoch vorher den Zusammenhang von Sport und Unsterblichkeit zu erörtern. Hierbei kann aus klassisch-philosophischer Sicht jedoch zunächst ernüchternd festgestellt werden, dass Unsterblichkeit im Sport nur durch Werk und Tat zu erreichen ist - indes nicht für den Athleten als Person. Allerdings lassen die vollmundigen Versprechungen der modernen Bio-Technologie, von philosophischer Seite gestützt durch die Vertreter des Transhumanismus, neue Hoffnungen für diesen alten Menschheitstraum aufkommen.

Wollte man die vorliegende Arbeit in einem Satz zusammenfassen, so wäre sie wohl am treffendsten umschrieben durch das Urteil: Sie ist eine Apologie des eRisikosports - wohlgemerkt im Ergebnis, nicht im Hinblick auf die Intention!

Abstract: Within sport science there had been hardly any concern about death in the field of sports, at least from a humanities point of view. Due to that fact this volume can be seen as an attempt to fructify not only this topic but also aspects like dying and immortality to the discourse of philosophy of sport and at the same time to sport science in general. It is the so called (high) risk sport where death has a highlighted position. As a result of undifferentiated use of words the implementation of the term ehigh risk sport [eRisikosport] (e=existentially) seems to be necessary. This is be understood as a sport where people engage voluntarily in life-threatening situations within sports. To get a better understanding of these kinds of sports existential philosophy is a helpful instrument, particularly their German-speaking representatives, such as Scheler, Jaspers and Heidegger. And not to forget the exceptional work of Howard S. Slusher. With the help of Existentialism the flirting with death in high risk sports, as Slusher put it, can be understood as a praiseworthy anthropological characteristic of human life. The death-awareness that you can reach through high risk sport triggers almost automatically the following question: how should man behave after having these insights? Guidance can be found within the art of life philosophy. Art of life is as an art that helps us to get along with uncertainties and risks and thus provides a link to ehigh risk sport. Not only by using the existentialistic paradigm furthermore the relation to immortality is discussed. But the rather sobering fact remains - physical/personal immortality can not be reached through sports, but only the act, respectively the action will be remembered. However, the full-bodied promises of the Transhumanist philosophers renew the hope to fulfill this old dream of mankind, i.e. to overcome mortality.

To give a very short summary of this paper: It is an apologia of ehigh risk sport - notabene as a result, not as a declaration of intention!


18.08.2017 - 03:17